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Mieten oder Kaufen?

Langfristiger Vermögens-Vergleich: Eigenheim vs. Miete + ETF-Sparplan.

Vermögensvergleich Mieten vs. Kaufen

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Vermögen Käufer nach 30 J781.540,11 €Immobilienwert − Restschuld
Vermögen Mieter nach 30 J1.086.769,28 €EK + Sparraten in ETF
Vorteil Mieten305.229,17 €ETF-Sparplan vorne
Vermögens-Verlauf
1.086.769,28 €Jahre →
Käufer (Eigenkapital) Mieter (ETF + EK)

Modell: Beide haben den gleichen monatlichen Cashflow zur Verfügung — Käufer zahlt Rate + Unterhalt, Mieter zahlt Miete und legt die Differenz in einen ETF an. Eigenkapital startet bei beiden gleich (Mieter komplett im ETF, Käufer eingesetzt).

Nicht modelliert: Steuern auf Kapitalerträge, Kaufkraftverlust durch Inflation, Reparatur-Spitzen, Standortrisiko, persönlicher „Wohnglück"-Wert.

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Mieten oder Kaufen — die Frage hinter der Frage

„Lohnt sich Kaufen oder Mieten?" ist eine der häufigsten Finanzfragen in Deutschland — und die Antwort ist mathematisch nie eindeutig. Sie hängt von vielen Stellschrauben ab: Kaufpreis, Mietniveau am Standort, Eigenkapital, Sollzins, Wertsteigerung der Immobilie, ETF-Rendite, Mietsteigerung. Schon kleine Änderungen einer einzigen Annahme kippen das Ergebnis. Die ehrliche Erkenntnis: Es gibt keine universelle Antwort, sondern nur eine für deine Situation und deine Annahmen.

Wann sich Kaufen finanziell rechnet

Kaufen ist meist überlegen, wenn:

  • Du langfristig bleibst — mindestens 10, besser 15+ Jahre. Sonst zehren Nebenkosten und Kaufgebühren den Vorteil auf.
  • Die Mietniveau-zu-Kaufpreis-Relation hoch ist — wenn die Jahresmiete mehr als 3–4 Prozent des Kaufpreises beträgt, lohnt Kaufen oft. In München, Frankfurt oder Hamburg liegt sie aktuell bei 2 Prozent oder darunter — Mieten ist dort meist günstiger.
  • Du genug Eigenkapital hast — der Beleihungsauslauf entscheidet über deinen Zinssatz und damit massiv über die Gesamtkosten.
  • Du Wertsteigerung erwartest — bei Immobilien in Toplage und stabiler Region oft 1–2 Prozent pro Jahr, in B-Lagen weniger oder sogar negativ.
  • Disziplinärer Sparzwang — die Tilgung ist erzwungenes Sparen. Mieter sparen oft zu wenig, weil die Disziplin fehlt.

Wann Mieten finanziell besser ist

Mieten gewinnt häufig, wenn:

  • Du flexibel sein musst — beruflich oder privat. Ein Hauskauf bindet dich an einen Standort.
  • Die Kaufpreise hoch im Vergleich zur Miete sind — typisch in deutschen Metropolregionen.
  • Der ETF-Renditen-Vorsprung gegenüber Bauzinsen groß ist — bei Bauzinsen um 3,5 Prozent und langfristigen ETF-Renditen um 6–7 Prozent ist die Differenz für den Mieter ein Vorteil.
  • Du mit angelegtem Eigenkapital diszipliniert bist — wer das EK statt in Beton in einen ETF-Sparplan steckt und konsequent durchhält, baut oft mehr Vermögen auf als der Käufer.
  • Reparaturen abschrecken — als Mieter zahlst du keine neue Heizung, kein neues Dach. Eigentümer können hier 10.000–50.000-Euro-Spitzen erleben.

Was Rechner nicht abbilden

Mathematik ist nur eine Dimension. Faktoren, die kein Rechner einfängt:

  • Wohnglück: Eigene vier Wände gestalten, ohne Vermieter zu fragen — das ist für viele Käufer der Hauptgrund.
  • Inflations-Schutz: Eine getilgte Immobilie schützt im Alter vor steigenden Mieten — ein konkretes, planbares Risiko.
  • Kreditausfallrisiko: Bei Job-Verlust kann eine hohe Rate existenzbedrohend werden. Mieter können bei Bedarf günstiger umziehen.
  • Standort-Risiko: Strukturschwache Regionen, Klima-Risiken, Demografie. Eine Immobilie kann auch deutlich an Wert verlieren.

Pragmatischer Entscheidungs-Rahmen

Eine bewährte Faustregel: Wenn die jährliche Kaltmiete weniger als 25-mal kleiner als der Kaufpreis ist (also Miete × 25 < Kaufpreis), ist Mieten meist günstiger. Bei einem Kaufpreis von 500.000 Euro und einer Vergleichsmiete von 1.300 Euro/Monat → Jahresmiete 15.600 Euro × 25 = 390.000 Euro < 500.000 → Mieten gewinnt. Aber: Diese Faustregel ignoriert Wertsteigerung, Steuern und Lifestyle-Aspekte. Den finanziellen Teil zeigt der Rechner präzise — die emotionale Entscheidung musst du selbst treffen.

Häufige Fragen

Gibt es eine einfache Regel, wann Kaufen lohnt?

Faustregel: Wenn der Kaufpreis weniger als das 25-Fache der Jahres-Vergleichsmiete entspricht (Miete × 25 ≤ Kaufpreis). Bei höheren Multiplikatoren ist Mieten meist überlegen, bei niedrigeren Kaufen. Aber: nur eine Faustregel, individuelle Situation entscheidet.

Wie wirkt Inflation auf den Vergleich?

Inflation begünstigt langfristig den Käufer: Die Kreditrate bleibt nominal gleich, real (kaufkraftbereinigt) sinkt sie. Mieten dagegen steigen mit der Inflation oder darüber. Bei hoher Inflation kippt die Rechnung deutlich Richtung Kaufen — vorausgesetzt die Bauzinsen sind moderat.

Wie hoch sollte ich die ETF-Rendite ansetzen?

Realistisch und vorsichtig: 5–6 Prozent pro Jahr nach Inflation und vor Steuern, langfristig (20+ Jahre). Höhere Werte (8–10 Prozent) werden in Werbung versprochen, sind aber nicht das, was man dauerhaft erwarten kann. Plus: Renditen sind nicht garantiert, in 30 Jahren kann es Crashes geben, die ein paar Jahre kosten.

Was ist mit Mietkauf?

Mietkauf-Modelle sind in Deutschland selten und meist überteuert. Du zahlst eine über Marktniveau liegende Miete, die teilweise auf den späteren Kaufpreis angerechnet wird. Rechnerisch fast immer schlechter als reines Mieten plus separates Sparen, oder klassisches Kaufen mit Kredit.

Formel & Erklärung

Methodik: Beide Szenarien starten mit gleichem Eigenkapital und haben den gleichen monatlichen Cashflow zur Verfügung.

  • Käufer: Setzt EK in Immobilie ein, zahlt Rate + laufenden Unterhalt. Vermögen = aktueller Immobilienwert − Restschuld.
  • Mieter: EK fließt in einen ETF-Sparplan. Aus dem Cashflow zahlt er Miete; die Differenz zur Käufer-Belastung wird ebenfalls in den ETF investiert.

Sensible Annahmen: Wertsteigerung der Immobilie, ETF-Rendite, Mietsteigerung. Schon kleine Änderungen kippen das Ergebnis — nutze die Felder als Sensitivitäts-Test.

Nicht modelliert: Steuern auf Kapitalerträge, Kaufkraftverlust durch Inflation, große Reparatur-Spitzen, Standortrisiko (Wertentwicklung kann auch negativ sein), und der nicht-monetäre „Wohnglück"-Wert eines Eigenheims.