BMI berechnen — Body-Mass-Index nach WHO
Der Body-Mass-Index (BMI) ist die populärste Maßzahl zur Einordnung des Körpergewichts. Er wurde im 19. Jahrhundert vom belgischen Statistiker Adolphe Quetelet entwickelt und 1972 von der WHO offiziell zur Klassifikation übernommen. Die Berechnung ist denkbar einfach: Gewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern.
BMI-Beispiele
- 1,80 m / 75 kg: BMI = 75 ÷ 1,80² = 23,1 → Normalgewicht
- 1,65 m / 50 kg: BMI = 50 ÷ 1,65² = 18,4 → leichtes Untergewicht
- 1,75 m / 90 kg: BMI = 90 ÷ 1,75² = 29,4 → Übergewicht
- 1,70 m / 95 kg: BMI = 95 ÷ 1,70² = 32,9 → Adipositas Grad I
BMI nach Alter — die Werte verschieben sich
Die WHO-Werte gelten für Erwachsene 18–65. Bei Älteren sind höhere BMI-Werte gesundheitlich oft besser (Reserve bei Krankheit):
- 19–24 Jahre: 19–24
- 25–34 Jahre: 20–25
- 35–44 Jahre: 21–26
- 45–54 Jahre: 22–27
- 55–64 Jahre: 23–28
- ≥ 65 Jahre: 24–29
Grenzen des BMI — was er nicht misst
Der BMI ist eine grobe statistische Orientierung. Er hat klare Schwächen:
- Muskeln vs. Fett: Bodybuilder mit 100 kg Muskelmasse haben einen hohen BMI, sind aber nicht „dick"
- Kein Fettverteilungs-Wert: Bauchfett (viszerales Fett) ist gesundheitsgefährlicher als Hüftfett — der BMI macht keinen Unterschied
- Geschlecht/Körperbau: Frauen haben tendenziell höheren Körperfettanteil bei gleichem BMI als Männer
- Kinder & Jugendliche: Brauchen Perzentilen-Kurven (BMI-SDS), nicht die Erwachsenen-Werte
Bessere Indikatoren bei Verdacht auf Übergewicht: Bauchumfang (Männer > 102 cm, Frauen > 88 cm = Risiko), Waist-to-Hip-Ratio, Körperfettanteil (per Bioimpedanz-Waage).
Wann zum Arzt?
Bei BMI über 30 (Adipositas) und/oder folgenden Begleiterkrankungen:
- Bluthochdruck
- Diabetes Typ 2
- Schlafapnoe
- Gelenkschmerzen
- Herz-Kreislauf-Probleme
Auch bei BMI über 40 ohne Begleiterkrankungen sollte ein Arzt die individuelle Situation einschätzen — Therapie-Optionen reichen von Ernährungs- und Bewegungs-Programmen bis zur bariatrischen Chirurgie.
Wie verändere ich meinen BMI?
Die einzige direkte Stellschraube ist Gewicht (die Körpergröße ändert sich nicht mehr nach der Pubertät). Realistische Abnahme: 0,5–1 kg pro Woche, das entspricht einem Kaloriendefizit von 500–1.000 kcal pro Tag. Die Basis dafür: Grundumsatz + Aktivität kennen — siehe Grundumsatz-Rechner.
Faustregel: 1 kg Körperfett ≈ 7.000 kcal. Wer also 5 kg in 3 Monaten verlieren will, braucht ein Defizit von ca. 35.000 kcal über 90 Tage = 388 kcal/Tag.
Häufige Fragen
Wie berechne ich meinen BMI?
BMI = Gewicht (kg) ÷ Größe (m)². Beispiel: 80 kg, 1,80 m → 80 ÷ 3,24 = 24,7 (Normalgewicht). Der Rechner oben übernimmt das automatisch.
Was ist ein normaler BMI?
Nach WHO: 18,5 bis 24,9. Darunter Untergewicht, ab 25 Übergewicht, ab 30 Adipositas. Bei älteren Menschen verschieben sich die optimalen Werte leicht nach oben.
Ist der BMI für Sportler aussagekräftig?
Eingeschränkt. Da Muskelgewebe schwerer ist als Fett, haben Bodybuilder, Kraftsportler und Profi-Sportler oft hohen BMI ohne gesundheitliches Risiko. Hier ist Bauchumfang oder Körperfettanteil aussagekräftiger.
Ab welchem BMI sollte ich abnehmen?
Bei BMI über 25 wird Übergewicht angenommen, ab 30 Adipositas (gesundheitliches Risiko). Faustregel: 0,5–1 kg pro Woche ist gesund — entspricht 500–1.000 kcal Tagesdefizit. Den Grundumsatz für die Kalorienplanung berechnet der Grundumsatz-Rechner.