Zinsrechner — einfache Zinsen vs. Zinseszins
Der Zinsrechner berechnet, was aus einem Startkapital bei einem gegebenen Zinssatz und einer Laufzeit wird. Wichtig ist der Unterschied zwischen einfachen Zinsen (linear) und Zinseszinsen (exponentiell). Der Rechner oben zeigt beide Varianten direkt im Vergleich.
Einfache Zinsen
Die Zinsen werden jedes Jahr nur auf das ursprüngliche Kapital berechnet. Beispiel: 10.000 € bei 3 % p. a. → 300 € Zinsen pro Jahr, also nach 10 Jahren 3.000 € Zinsen + 10.000 € = 13.000 €.
Praktisch bei: Kurzlauf-Krediten ohne Tilgung, Zinsversprechen ohne Wiederanlage, manchen Festgeld-Konditionen mit jährlicher Auszahlung.
Zinseszins
Die Zinsen werden am Ende jedes Jahres dem Kapital hinzugefügt — und im nächsten Jahr mitverzinst. Beispiel: 10.000 € bei 3 % über 10 Jahre → 13.439 € (also 439 € mehr als bei einfachen Zinsen).
Über 30 Jahre wird der Unterschied dramatisch: 10.000 € bei 3 % einfach = 19.000 €, mit Zinseszins = 24.273 € — also 5.273 € mehr nur durch das Mit-Verzinsen.
Die 72er-Regel
Eine elegante Daumenformel: Verdopplungszeit ≈ 72 ÷ Zinssatz. Beispiele:
- Bei 3 % Zinsen: 72 ÷ 3 = 24 Jahre bis zur Verdopplung
- Bei 6 %: 12 Jahre
- Bei 8 %: 9 Jahre
- Bei 12 %: 6 Jahre
Die Regel ist erstaunlich genau für Zinssätze zwischen 1–15 % — Abweichung typisch unter 5 %.
Zinsen in der Praxis
- Tagesgeld: aktuell ~2,5–3,5 % p. a., variabel — gut für Notgroschen (siehe Notgroschen-Rechner)
- Festgeld: 1–5 Jahre fix, oft 3–4 % p. a. — Geld ist dann gebunden
- Sparbuch: meist nur 0,01–0,5 %, faktisch unrentabel wegen Inflation
- Anleihen: 2–5 % je nach Bonität und Laufzeit
- Aktien-ETFs: langfristig 6–8 % p. a. (mit Schwankungen) — siehe Sparplan-Rechner
- Hypotheken-Zinsen: aktuell 3–4 % bei 10–15 Jahren Bindung
Real vs. nominal — Inflation einrechnen
Eine wichtige Unterscheidung: Der nominale Zins ist der ausgewiesene Wert (z. B. 3 %). Der reale Zins ist Nominal-Zins minus Inflation. Bei 3 % Zins und 2,5 % Inflation bleibt nur 0,5 % reale Wertsteigerung. Der Inflationsrechner zeigt den Effekt für deine Werte.
Häufige Fehler
- Zinssatz vergessen umzurechnen: 3 % p. a. ist 0,03 als Dezimalzahl in der Formel, nicht 3.
- Monatszinsen vs. Jahreszinsen: Manche Banken verzinsen monatlich (i = p/12) — dann ist der effektive Jahreszins minimal höher als der nominale.
- Steuern vergessen: Auf Kapitalerträge fallen 25 % Abgeltungsteuer + Soli + ggf. KiSt an, sobald der Sparer-Pauschbetrag (1.000 € / 2.000 €) ausgeschöpft ist.
Häufige Fragen
Wie berechne ich Zinsen?
Bei einfachen Zinsen: K × p × n — Kapital × Zinssatz × Jahre. Bei Zinseszins: K × (1 + p)n. Der Rechner oben zeigt beide direkt im Vergleich.
Was ist der Unterschied zwischen Zinsen und Zinseszins?
Bei einfachen Zinsen wird nur das Startkapital verzinst. Bei Zinseszins werden die jährlichen Zinsen dem Kapital hinzugefügt und im Folgejahr mitverzinst. Über 30 Jahre kann der Unterschied 30–50 % betragen.
Was ist die 72er-Regel?
Eine schnelle Daumenformel zur Verdopplungszeit: 72 ÷ Zinssatz = Jahre bis zur Verdopplung. Bei 6 % also 12 Jahre, bei 8 % nur 9 Jahre. Funktioniert gut für Zinssätze zwischen 1 % und 15 %.
Welche Steuern fallen auf Zinsen an?
25 % Abgeltungsteuer + 5,5 % Soli + ggf. Kirchensteuer (8/9 %) — also effektiv etwa 26,4–28 %. Ab dem Sparer-Pauschbetrag (1.000 € Single, 2.000 € Verheiratete) — darunter sind Zinsen steuerfrei, falls bei der Bank ein Freistellungsauftrag eingerichtet ist.