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Entnahmeplan-Rechner

Wie lange reicht dein Vermögen bei monatlicher Entnahme — oder wie viel darfst du auszahlen, damit es X Jahre hält?

Aktualität: Stand 2026 · Annuitätenformel · 4-%-Regel (Trinity Study)

Entnahmeplan & FIRE-Rechner

Beispiel laden:
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Monatliche Entnahme1.500,00 €wie eingegeben
Reichweite57,8 Jahre694 Monate
Gesamt-Auszahlung1.040.592,00 €2,08× Startvermögen
🔥 FIRE-Indikator (Financial Independence Retire Early):

Um 1.500,00 €/Monat ewig aus deinem Vermögen zu entnehmen (Real-Rendite 2,9 %), brauchst du 612.000,00 € Kapital. Du bist aktuell bei 82 % deines FIRE-Ziels. Es fehlen noch 112.000,00 € bis zur finanziellen Unabhängigkeit.

Sichere Entnahmeraten (Trinity-Studie)
EntnahmeratePro MonatPro JahrSicherheit über 30 J
3,0 % (sehr konservativ)1.250,00 €15.000,00 €✓ ~100 % (auch bei Crash-Start)
3,5 % (konservativ)1.458,33 €17.500,00 €✓ ~97 % historisch
4,0 % (Trinity-Standard)1.666,67 €20.000,00 €✓ ~95 % historisch
5,0 % (sportlich)2.083,33 €25.000,00 €⚠ ~80 % — Renditereihenfolge-Risiko
6,0 % (riskant)2.500,00 €30.000,00 €✗ ~60 % — Kapital geht vorzeitig leer
Vermögensverlauf
Jahr 0500.000,00 €
Jahr 5482.280,07 €
Jahr 10461.756,60 €
Jahr 15437.986,03 €
Jahr 20410.454,64 €
Jahr 25378.567,41 €
Jahr 30341.635,17 €
Jahr 35298.859,75 €
Jahr 40249.316,68 €
Jahr 45191.935,21 €
Jahr 50125.475,21 €

Trinity-Studie: Wissenschaftliche Untersuchung der „sicheren Entnahmerate" (1998, Trinity University). Ergebnis: Bei 50–75 % Aktien-Anteil und 4 % jährlicher Entnahme blieb das Vermögen in 95 % der historischen 30-Jahres-Zeiträume erhalten. Bei längeren Zeiträumen oder Risikoreduktion sind 3,0–3,5 % sicherer.

Real vs. nominal: Der Rechner nutzt die Real-Rendite (Rendite − Inflation, nach Fisher-Formel). Damit ist die Auszahlung in heutiger Kaufkraft konstant — eine nominale Erhöhung der Rate kommt automatisch durch die Inflation.

Renditereihenfolgerisiko: Wer in den ersten 5–10 Jahren der Entnahme einen Crash erlebt, hat ein deutlich höheres Pleite-Risiko als jemand mit Crash am Ende. Konservative Entnahmeraten (3,0–3,5 %) puffern das ab.

Steuern: Auf Veräußerungsgewinne ETF-Steuer 18,46 % effektiv (Teilfreistellung 30 % × KESt 26,375 %). Bei der Entnahmeplanung sollte man brutto rechnen und Steuer separat berücksichtigen — siehe Vorabpauschale.

3x10-Strategie (Finanztip): Drei verschiedene Aktien-ETFs nacheinander besparen, in der Entnahme-Phase steueroptimiert nacheinander auflösen. Spart Kapitalertragsteuer durch FIFO-Verkauf.

Was ist ein Entnahmeplan?

Ein Entnahmeplan (oder Auszahlplan) ist eine systematische Strategie, ein angespartes Vermögen über einen bestimmten Zeitraum monatlich auszuzahlen — typisch in der Rentenphase, bei einem Sabbatical oder bei der finanziellen Unabhängigkeit. Der Effekt: Du lebst von deinem Vermögen, während der nicht-entnommene Teil weiter Renditen erwirtschaftet.

Der Entnahmeplan-Rechner oben löst zwei klassische Fragen:

  • „Wie lange reicht mein Geld?" — Du gibst dein Vermögen, deine geplante monatliche Entnahme und die erwartete Rendite an, der Rechner zeigt die Reichweite in Jahren.
  • „Wie viel kann ich entnehmen?" — Du gibst dein Vermögen, eine Wunsch-Laufzeit und die erwartete Rendite an, der Rechner zeigt die maximal mögliche Monatsrate.

Die 4-%-Regel

Die 4-%-Regel ist die wohl bekannteste Faustformel aus der FIRE-Bewegung. Sie geht zurück auf die Trinity Study (William Bengen, 1994; spätere Erweiterungen 1998), die historische US-Aktienmärkte analysiert hat. Kernaussage:

Wer mit einem diversifizierten Aktien-/Anleihenportfolio (50–75 % Aktien) jährlich 4 % seines Startvermögens entnimmt — und diese Entnahme jährlich an die Inflation anpasst — hat über einen 30-Jahres-Zeitraum eine Erfolgswahrscheinlichkeit von rund 95 %.

Beispiel: Bei 1.000.000 € Vermögen bedeutet die 4-%-Regel 40.000 € jährlich = ca. 3.333 € monatlich. Klingt nicht spektakulär, ist aber inflationsindexiert und langfristig stabil.

Kritik und Anpassungen:

  • Die ursprüngliche Trinity Study basierte auf US-Daten. Internationale Studien zeigen oft etwas geringere sichere Entnahmeraten (3–3,5 %).
  • Bei längeren Lebensphasen (40+ Jahre, FIRE-Frührentner) ist eher mit 3,5 % zu rechnen.
  • Bei niedrigeren Renditeerwartungen (z. B. nach 2008, 2020) wurden auch 2,5–3 % empfohlen.

Real vs. nominal — was du wirklich rechnen musst

Die wohl häufigste Fehlerquelle bei Entnahmeplänen: Anleger rechnen mit der nominalen Rendite (z. B. 7 % bei MSCI World) und vergessen die Inflation. Bei 3 % Inflation bleibt von 7 % nominal nur eine reale Rendite von 4 % übrig. Wenn du die Entnahme mit der Zeit nicht erhöhst, verlierst du jährlich an Kaufkraft.

Daher: Im Rechner immer die reale Rendite eintragen. Für ein typisches Welt-ETF-Portfolio sind das ca. 4–5 % real (nach 2–3 % Inflation). Mehr dazu im Inflationsrechner.

Sequenzrisiko (Renditereihenfolge-Risiko)

Ein oft unterschätztes Risiko: Die Reihenfolge der Renditen matters. Zwei Portfolios mit identischer Durchschnittsrendite können dramatisch unterschiedlich enden, je nachdem, ob die schlechten Jahre am Anfang oder am Ende der Entnahmephase liegen.

Beispiel: Wer mit 1 Mio € startet und in den ersten beiden Jahren je 30 % Verlust hat, steht bei 490.000 € — und bei laufender Entnahme von 40.000 €/Jahr fehlt das Kapital, um die Erholung mitzunehmen. Schutzmaßnahmen:

  • Notgroschen / Cash-Puffer: 2–3 Jahre Lebenshaltungskosten in Tagesgeld parken — siehe Notgroschen-Rechner. In Crash-Phasen daraus entnehmen, nicht aus dem ETF-Depot.
  • Flexible Entnahmen: In schlechten Börsenjahren weniger entnehmen, in guten mehr.
  • Konservative Asset Allocation: Höherer Anleihen-Anteil senkt Volatilität.
  • Spät-Glide-Path: Aktien-Anteil mit der Zeit reduzieren.

Steuern in der Entnahmephase

Auf Veräußerungsgewinne fällt in Deutschland Abgeltungsteuer (25 %) + Soli (5,5 %) + ggf. Kirchensteuer (8/9 %) an. Bei ETFs wird zusätzlich die jährliche Vorabpauschale auf bereits versteuerte Gewinne angerechnet — du zahlst also nicht doppelt.

Wichtig: Beim Verkauf wird per FIFO-Prinzip (First In, First Out) abgerechnet — die ältesten Anteile werden zuerst verkauft. Da diese die größten Gewinne haben, ist die Steuerlast in den ersten Jahren der Entnahmephase oft höher.

Sparer-Pauschbetrag (1.000 € / 2.000 €) sollte komplett ausgeschöpft werden — bei großen Vermögen reicht das aber nicht weit.

Verwandte Rechner

Sparplan-Rechner für die Anspar-Phase · Zinseszinsrechner für reine Einmalanlage · Notgroschen-Rechner für den Cash-Puffer · Inflationsrechner für die reale Kaufkraft · Vorabpauschale für ETF-Steuern in der Haltephase.

Häufige Fragen

Wie viel Vermögen brauche ich für die finanzielle Unabhängigkeit?

Faustregel nach 4-%-Regel: das 25-fache deiner jährlichen Ausgaben. Bei 36.000 € Jahresausgaben (= 3.000 € pro Monat) brauchst du also 900.000 €. Bei vorsichtiger 3,5-%-Regel: das 28,5-fache (= rund 1.030.000 € im Beispiel). FIRE-Anhänger berechnen das oft als „FI-Number".

Was bedeutet die 4-%-Regel?

Die 4-%-Regel besagt: Wer pro Jahr 4 % seines Startvermögens (inflationsangepasst) entnimmt, kann mit einem ausgewogenen Aktien-/Anleihen-Portfolio mit ~95 % Wahrscheinlichkeit 30 Jahre davon leben. Bei längerer Lebensphase oder konservativer Annahme: 3,5 % oder 3 %.

Mit welcher Rendite soll ich rechnen?

Für ein breites ETF-Portfolio (z. B. MSCI World oder FTSE All-World) sind 6–8 % nominale Rendite langfristig realistisch — abzüglich 2–3 % Inflation also 4–5 % reale Rendite. Im Entnahmeplan-Rechner immer die reale Rendite eintragen, sonst überschätzt der Plan.

Was ist das Sequenzrisiko bei Entnahmeplänen?

Das Sequenzrisiko beschreibt, dass die Reihenfolge der Renditen entscheidend für den Erfolg eines Entnahmeplans ist. Schlechte Jahre am Anfang der Entnahme sind viel gefährlicher als am Ende — das Kapital schrumpft schneller, als es sich erholen kann. Schutz: Cash-Puffer für 2–3 Jahre Lebenshaltungskosten und flexible Entnahmen.

Welche Rolle spielt die Inflation?

Eine sehr große. Wenn du nominal 3.000 € pro Monat entnimmst und die Inflation 3 % beträgt, hat dein Geld nach 20 Jahren nur noch die Kaufkraft von ~1.660 € heute. Daher: Entnahme jährlich an Inflation anpassen, oder gleich mit der realen Rendite (nach Inflation) im Rechner arbeiten.

Formel & Erklärung

Der Entnahmeplan (auch „Auszahlplan") ist das mathematische Gegenteil eines Sparplans: Statt einzuzahlen, entnimmst du jeden Monat einen Betrag aus deinem Vermögen, das parallel weiter verzinst wird.

Restwert nach m Monaten:

Km = K0 × (1+i)m − R × [((1+i)m − 1) / i]

  • K0 — Startvermögen
  • R — monatliche Entnahme
  • i — monatlicher Zinssatz (= Jahresrendite / 12)
  • m — Anzahl Monate

Ewige Entnahme: Wenn R ≤ i × K0, dann decken die Renditen die Entnahme komplett — das Vermögen wächst sogar an. Das ist das mathematische Fundament der finanziellen Unabhängigkeit (FIRE).

4-%-Regel: Faustregel aus der Trinity Study (USA, 1998): Wer pro Jahr 4 % seines Startvermögens entnimmt (mit Inflationsanpassung), hat über 30 Jahre eine Erfolgswahrscheinlichkeit von ~95 % bei 50–75 % Aktienanteil.