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Brutto-Netto-Rechner für Selbstständige & Freiberufler

Brutto-Netto-Berechnung für Selbstständige & Freiberufler 2026 — mit Steuern, KV-Wahl (PKV/GKV) und Altersvorsorge.

Aktualität: Stand 2026 · §32a EStG, freiwillige GKV-Bemessung, Sonderausgabenabzug §10 EStG

Selbstständigen-Brutto-Netto-Rechner 2026

Beispiel laden:
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Gewinn (Brutto)52.000,00 €4.333,33 € pro Monat
Verfügbar / Jahr31.139,00 €Steuerlast 11,4 %
Verfügbar / Monat2.594,92 €Privat-Cashflow
Aufschlüsselung — wo das Geld hingeht
Honorarumsatz60.000,00 €
− Betriebsausgaben8.000,00 €
= Gewinn (steuerlich)52.000,00 €
− Krankenversicherung (GKV freiwillig)10.764,00 €
− Altersvorsorge (8 %)4.160,00 €
− Einkommensteuer5.937,00 €
= Verfügbar / Jahr31.139,00 €
≈ Verfügbar / Monat2.594,92 €
💡 Vergleich Festanstellung: Um auf 2.594,92 € Netto/Monat als Angestellter zu kommen, bräuchtest du etwa 4.800,60 € Brutto/Monat (in Klasse I, kinderlos). Das Selbstständigen-Modell ist also typisch 15–25 % steuereffizienter — wegen abzugsfähiger Betriebsausgaben und freier Altersvorsorge-Wahl.

Hinweis Umsatzsteuer: Die hier gezeigten Beträge sind Netto-Honorar (ohne USt). Die 19 % USt werden vom Kunden bezahlt und 1:1 ans Finanzamt durchgereicht — kein Cashflow-Effekt nach Vorsteuer-Abzug. Kleinunternehmer (§ 19 UStG) bis 25.000 € Umsatz weisen keine USt aus, dürfen dafür aber auch keine Vorsteuer ziehen.

Vereinfachung: Kein Einbezug von Gewerbesteuer (gilt für Gewerbetreibende, nicht Freiberufler nach § 18 EStG), Verlustvortrag, Sonderausgaben über KV/AV hinaus, BAV-Förderung, Investitionsabzugsbetrag oder Sonderabschreibungen.

GKV-Berechnung: Freiwillige GKV als Selbstständiger 2026 = Bemessung min. 1.248 €/Monat, max. 5.625 €/Monat (BBG-KV). Beitrag ~17,1 % KV (mit Zusatzbeitrag) + 3,6 % PV.

Altersvorsorge-Höchstbetrag 2026: 29.344 € (Single) sind als Sonderausgaben absetzbar (Rürup, BAV, freiwillige RV). Drüber: keine Steuerersparnis mehr, aber Vermögensaufbau möglich (z. B. ETF im freien Depot).

Schätzung — keine Steuerberatung. Bei größeren Beträgen oder Sondersituationen (Investitionen, Sonderabschreibungen, internationale Tätigkeit) Steuerberater konsultieren.

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Brutto-Netto-Rechner für Selbstständige 2026

Anders als Angestellte mit Lohnabrechnung müssen Selbstständige, Freiberufler und Freelancer ihre Steuern und Sozialabgaben selbst kalkulieren. Es gibt keinen automatischen Lohnsteuer-Abzug, keinen Arbeitgeber-Zuschuss zur Krankenversicherung, keine eingebaute Altersvorsorge. Dafür: deutlich mehr Gestaltungsspielraum — und in den meisten Konstellationen 20–25 % steuereffizientere Strukturen als bei der Festanstellung.

Welche Sozialabgaben hat ein Selbstständiger?

Der größte Unterschied zur Festanstellung: Keine automatische Arbeitslosen- oder Rentenversicherung. Stattdessen entscheidest du selbst:

  • Krankenversicherung — Pflicht. Entweder gesetzlich freiwillig (rund 17 % vom Gewinn, gekappt bei BBG-KV 67.500 € = 5.625 €/Monat) oder privat (Festbetrag, typisch 500–800 €/Monat für gesunde Selbstständige).
  • Pflegeversicherung — kommt automatisch mit der KV, 3,6 % (kinderlos +0,6 %).
  • Rentenversicherung — meist freiwillig. Pflicht nur in bestimmten Berufen (Künstler/Publizisten in der KSK, Handwerker mit Eintrag in der HwO, Selbstständige Lehrer ohne Angestellten).
  • Altersvorsorge generell — empfohlen 8–12 % vom Gewinn. Bei Rürup-Versicherung, BAV oder freier RV bis 29.344 €/Jahr (Single 2026) steuerlich absetzbar.
  • Berufshaftpflicht — je nach Tätigkeit. Bei Beratern, Architekten, IT-Freelancern oft Pflicht oder vertraglich vom Kunden gefordert.

Welche Steuern zahlt ein Selbstständiger?

Drei Hauptsteuern:

  • Einkommensteuer — auf den Gewinn nach §32a EStG (Tarif 14–45 %). Vierteljährliche Vorauszahlungen, Jahresabschluss in der Einkommensteuererklärung.
  • Solidaritätszuschlag — 5,5 % auf die ESt, ab 20.500 € Steuer-Freigrenze (Single) bzw. 41.000 € (Verheiratete in Klasse III).
  • Umsatzsteuer — 19 % auf Honorarrechnungen (bzw. 7 % bei bestimmten Tätigkeiten). Wird vom Kunden bezahlt und 1:1 ans Finanzamt durchgereicht — kein Cashflow-Effekt nach Vorsteuer-Abzug. Kleinunternehmer (§ 19 UStG) bis 25.000 € Vorjahresumsatz weisen keine USt aus.
  • Gewerbesteuer — nur für Gewerbetreibende (Handel, Handwerk, GmbH). Freiberufler nach § 18 EStG (Ärzte, Anwälte, IT-Berater, Journalisten, Künstler …) zahlen keine Gewerbesteuer.

Vergleich: Selbstständig vs. Festanstellung

Bei gleichem Brutto-Einkommen ist das Selbstständigen-Modell typischerweise 15–25 % cash-effizienter als die Festanstellung — durch:

  • Abzugsfähige Betriebsausgaben: Büro, Software, Reisen, Fortbildung, Telefon, Fachliteratur senken den Gewinn vor Steuer.
  • Freie Altersvorsorge-Wahl: Statt fixer 9,3 % AN-Anteil RV kannst du in ETFs (im freien Depot, kein steuerlicher Abzug aber Renditechance), Rürup (voller Steuerabzug, gebunden), BAV (bei eigener GmbH) oder gemischt sparen.
  • PKV-Option: Junge, gesunde Selbstständige zahlen oft 400–600 €/Monat statt 700–800 € GKV (bei gleichem Einkommen).
  • Kein AV-Beitrag verpflichtend: Spart 1,3 % (AV-AN-Anteil) — ggf. aber freiwillige AV sinnvoll bei volatiler Auftragslage.

Aber: Mehr Eigenverantwortung. Kein Krankengeld ab Tag 1 (PKV mit Krankentagegeld-Option, GKV-Wahltarif), Risiko von Auftragslücken, Buchhaltungs-Aufwand.

Was bleibt netto? — Beispiel-Tabelle für Freiberufler

Beispiele für Freiberufler ohne Gewerbesteuer (Klasse 1, kinderlos, GKV freiwillig, 8 % AV):

UmsatzAusgabenGewinnVerfügbar/JahrVerfügbar/Monat
40.000 €6.000 €34.000 €~21.500 €~1.790 €
60.000 €8.000 €52.000 €~31.500 €~2.625 €
80.000 €12.000 €68.000 €~40.000 €~3.330 €
120.000 €18.000 €102.000 €~57.000 €~4.750 €
200.000 €30.000 €170.000 €~88.000 €~7.330 €

Werte ohne PKV (mit fester Pauschale 600 €/Monat liegt das Netto bei höheren Einkommen ~5 % höher).

Stundensatz richtig kalkulieren

Eine häufige Falle: Den Stundensatz zu niedrig ansetzen. Faustregel für deutsche Freelancer:

Stundensatz = (gewünschtes Brutto-Jahreseinkommen × 1,7) / produktive Stunden pro Jahr

Bei 70.000 € gewünschtem Brutto (entspricht ~50.000 € Angestellten-Brutto) und 1.400 produktiven Stunden/Jahr (~30 Std/Woche × 47 Wochen) ergibt das einen Stundensatz von 85 €. Konkrete Kalkulation: Stundensatz-Rechner.

Häufige Fehler bei der Selbstständigen-Kalkulation

  • Brutto ≠ verfügbar. Wer 6.000 €/Monat Umsatz macht, hat nicht 6.000 € im Privat-Cashflow. Realistisch sind je nach KV-Wahl 3.300–4.000 €.
  • Steuern unterschätzen. Bei Einkommensteuer-Vorauszahlungen lieber zu viel als zu wenig — bei Nachzahlung gibt's 0,15 % Zinsen pro Monat (lange war es teurer).
  • Altersvorsorge vergessen. Wer 0 % anlegt, hat im Alter ein Problem. Mindestens 10 % vom Gewinn sind Pflicht-Reserve.
  • Notgroschen zu klein. Bei Selbstständigen 6–12 Monatsausgaben Reserve, nicht 3 Monate wie bei Angestellten. Notgroschen-Rechner.
  • USt-Vorausz. mit Cashflow verwechseln. Die USt, die du auf Rechnungen erhebst, gehört dem Finanzamt — nicht dir. Direkt aufs USt-Konto buchen.

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Häufige Fragen

Wie hoch ist das Netto bei 60.000 € Umsatz als Freelancer?

Bei 60.000 € Honorarumsatz und 8.000 € Betriebsausgaben hast du 52.000 € Gewinn. Davon gehen bei freiwilliger GKV ~9.000 € KV/PV ab, ~4.000 € Altersvorsorge (8 %), ~6.500 € Einkommensteuer und ~360 € Soli — verfügbar bleiben rund 32.000 € pro Jahr bzw. 2.660 € pro Monat. Mit PKV (statt freiwilliger GKV) typisch 200–400 € mehr pro Monat.

Zahlen Freiberufler Gewerbesteuer?

Nein. Freiberufler nach § 18 EStG (Ärzte, Anwälte, Steuerberater, Architekten, beratende Ingenieure, Journalisten, IT-Berater, Künstler, Wissenschaftler) zahlen keine Gewerbesteuer. Nur Gewerbetreibende (Handel, Handwerk, GmbH, UG) zahlen ab einem Gewinn von 24.500 € pro Jahr Gewerbesteuer — etwa 14–17 % je nach Hebesatz der Gemeinde.

Soll ich GKV oder PKV als Selbstständiger?

Faustregel: Bei Gewinnen unter 50.000 € ist GKV oft günstiger (proportional zum Einkommen). Bei Gewinnen über 70.000 € wird PKV attraktiv, weil dort BBG-Deckelung greift — PKV bleibt der gleiche Festbetrag (500–800 €/Monat für junge Selbstständige). Aber: PKV-Beiträge steigen mit Alter, Rückkehr in GKV nach dem 55. Lebensjahr fast unmöglich.

Wie viel Prozent vom Umsatz bleiben netto übrig?

Faustregel: Bei Freiberuflern bleiben typisch 50–60 % vom Honorarumsatz als verfügbares Privat-Einkommen — nach Betriebsausgaben, KV/PV, Altersvorsorge und Steuern. Bei einem 80.000-€-Umsatz also rund 40.000–48.000 € verfügbar pro Jahr (~3.300–4.000 € pro Monat).

Was zählt zu Betriebsausgaben?

Alle Ausgaben, die betrieblich veranlasst sind: Büromiete, Computer/Software, Telefon/Internet (anteilig), Geschäftsreisen, Fortbildung, Fachliteratur, Versicherungen (Berufshaftpflicht, Rechtsschutz), Werbung/Marketing, Buchhalter, Steuerberater, Arbeitsmittel, Bewirtungskosten (70 %), Geschenke (bis 50 €/Person/Jahr). Auch das häusliche Arbeitszimmer (bis 1.260 €/Jahr) oder die Home-Office-Pauschale (bis 1.260 €/Jahr für 210 Tage).

Muss ich als Kleinunternehmer auch Einkommensteuer zahlen?

Ja. Die Kleinunternehmer-Regelung (§ 19 UStG) betrifft nur die Umsatzsteuer — du musst sie nicht ausweisen und nicht abführen, wenn dein Vorjahresumsatz unter 25.000 € lag. Aber: Einkommensteuer fällt auf den Gewinn an wie bei jedem anderen Selbstständigen — gestaffelt nach §32a EStG (14–45 %). Der Grundfreibetrag (12.348 € in 2026) gilt aber auch hier.

Formel & Erklärung

Brutto-Netto für Selbstständige & Freiberufler 2026. Im Gegensatz zur Festanstellung gibt es keine automatischen Sozialabgaben — du musst alles selbst zahlen und planen.

Berechnung:

  1. Gewinn = Honorarumsatz (netto) − Betriebsausgaben
  2. − Krankenversicherung (PKV-Festbetrag oder GKV freiwillig ~17,1 % vom Gewinn, gekappt bei BBG)
  3. − Altersvorsorge-Beitrag (steuerlich abzugsfähig bis 29.344 €/Single in 2026)
  4. zu versteuerndes Einkommen → Einkommensteuer nach §32a EStG
  5. + Soli (5,5 % auf ESt ab 20.500 € Freigrenze)
  6. + ggf. Kirchensteuer (8 % BY/BW, 9 % sonst)
  7. = Verfügbar / Jahr

Nicht enthalten: Gewerbesteuer (greift nicht bei Freiberuflern nach § 18 EStG), Vorsteuer-Abzug, Verlustvortrag, BAV-Sonderförderung, Investitionsabzugsbetrag.