ETF-Rechner für jeden Lebensabschnitt
ETFs sind die einfachste Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen — aber die richtigen Werkzeuge unterscheiden zwischen blindem Sparen und durchdachter Strategie. Diese Übersicht bündelt alle Anlage-Rechner auf einfachberechnen.de für die vier Lebensabschnitte des Vermögensaufbaus.
1. Anlegen & Aufbauen
Hier startet der Vermögensaufbau. Drei zentrale Werkzeuge:
- Sparplan-Rechner — wie viel werden aus monatlich X € in N Jahren? Nutzt die Sparplan-Formel mit Zinseszins, ideal für ETF-Sparplan-Planung.
- Zinseszinsrechner — was wird aus einer Einmalanlage in N Jahren? Komplement zum Sparplan, wenn z. B. eine Erbschaft oder Bonuszahlung angelegt werden soll.
- Inflationsrechner — die reale Kaufkraft nach Inflation. Wichtig: Aktien-Renditen sind nominal, die echte Wertsteigerung ist Rendite minus Inflation.
Faustregel: Wer früh anfängt, gewinnt durch den Zinseszinseffekt überproportional. Wer mit 25 spart, hat zur Rente das 3- bis 5-fache von jemand, der mit 35 startet — bei gleicher Sparrate.
2. Reserve aufbauen — vor dem ETF
Bevor du in ETFs investierst, sollte ein Notgroschen stehen — 3–6 Monate Fixkosten auf einem Tagesgeldkonto. Sonst musst du im Krisenfall ETF-Anteile mit Verlust verkaufen, was die langfristige Rendite ruiniert. Der Notgroschen-Rechner zeigt die passende Höhe für deine Lebenssituation.
3. Steuerliche Belastung verstehen
Auf ETFs fallen zwei Steuern an:
- Vorabpauschale (jährlich, im Januar des Folgejahres) — eine fiktive Mindestbesteuerung für thesaurierende Fonds. Basiszins 2026: 3,20 %. Der Vorabpauschale-Rechner zeigt die konkrete Belastung.
- Veräußerungsgewinn-Steuer beim Verkauf — 25 % Abgeltungsteuer + 5,5 % Soli + ggf. KiSt. Bereits gezahlte Vorabpauschalen werden abgezogen, du zahlst keine Steuer doppelt.
Mit dem Sparer-Pauschbetrag (1.000 € Single, 2.000 € Verheiratete) bleiben kleine Erträge steuerfrei — aber nur, wenn du bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag eingerichtet hast.
4. Entnahme-Phase (FIRE)
Wer finanziell unabhängig werden will (FIRE — Financial Independence, Retire Early), braucht einen Entnahmeplan. Die 4-%-Regel aus der Trinity Study besagt: Bei einem ausgewogenen Aktien-Portfolio kannst du jährlich 4 % des Startvermögens entnehmen und ~95 % Wahrscheinlichkeit haben, dass das Geld 30 Jahre reicht.
Beispiel: 1.000.000 € Vermögen × 4 % = 40.000 €/Jahr = 3.333 €/Monat. Inflationsindexiert. Der Entnahmeplan-Rechner rechnet das für deine Zahlen — und zeigt auch, wie viel du brauchst, um „ewig" davon leben zu können.
Typische Anfänger-Fehler
- Ohne Notgroschen direkt in ETFs: Crash + Jobverlust = Zwangsverkauf mit Verlust.
- Aktive Fonds statt ETFs: 1,5 % TER vs. 0,2 % ETF — über 30 Jahre kostet das ~40 % des Endkapitals.
- Stock-Picking statt Diversifizierung: Einzelaktien statt MSCI-World-ETF erhöhen das Risiko massiv ohne erwartete Mehrrendite.
- Markt-Timing: „Erst mal warten bis die Börse abstürzt" — funktioniert empirisch nicht. Sparplan startet jetzt, Cost-Average glättet die Volatilität.
- Vorabpauschale ignorieren: Im Januar 2027 kommt die Steuer für 2026. Wenn das Verrechnungskonto leer ist, verkauft die Bank ETF-Anteile.
Verwandte Themen-Hubs
Steuer-Rechner — alle Steuer-Themen · Baufi-Rechner — Immobilien-Finanzierung · Glossar — Vorabpauschale, Trinity Study & Co. erklärt