Sparplan-Endkapital berechnen — mit Zinseszins
Ein Sparplan ist regelmäßiges Sparen mit fixer Monatsrate, das durch Zinsen oder Renditen über die Zeit wächst. Der Sparplan-Rechner oben zeigt, was aus deinen Einzahlungen langfristig wird — aus Startkapital, monatlicher Sparrate, erwarteter Rendite und Laufzeit.
Wie funktioniert die Sparplan-Formel?
Die Formel kombiniert zwei Komponenten:
- Verzinsung des Startkapitals:
K₀ · (1 + i)n— über die gesamte Laufzeit - Verzinsung der monatlichen Sparraten: jede Rate hat ihre eigene, kürzer werdende Verzinsungsdauer
Beispiel: 0 € Startkapital + 200 €/Monat × 30 Jahre × 6 % Rendite p. a. → ca. 200.000 € Endkapital. Davon 72.000 € selbst eingezahlt, 128.000 € reiner Zinseszins-Effekt.
ETF-Sparplan vs. klassisches Sparen
Die populärste Anwendung des Sparplan-Konzepts ist der ETF-Sparplan — automatisches monatliches Investieren in einen breit gestreuten Aktien-Index-Fonds. Vorteile:
- Cost-Average-Effekt: Bei monatlichen Käufen kaufst du in Tiefphasen mehr Anteile, in Hochphasen weniger — glättet die Volatilität
- Disziplin durch Automatik: kein „Ich warte mal, bis die Börse abstürzt"
- Niedrige Kosten: ETFs haben oft 0,1–0,3 % Gebühren pro Jahr (vs. 1,5–2 % bei aktiven Fonds)
- Provisionsfrei bei modernen Brokern: Trade Republic, Scalable Capital, ING DiBa-Aktionen
Klassisches Sparbuch oder Tagesgeld sind sicherer, bringen aber langfristig deutlich weniger — und schlagen die Inflation oft nicht. Siehe Inflationsrechner.
Realistische Renditeerwartungen 2026
- Tagesgeld: 2,5–3,5 % p. a., variabel
- Festgeld 1–5 Jahre: 3–4 % p. a.
- Renten-ETFs: 2–4 % p. a. (langfristig, abhängig von Bonität)
- Welt-Aktien-ETFs (MSCI World, FTSE All-World): langfristig 6–8 % p. a. nominal — abzüglich 2–3 % Inflation also 4–5 % real
- Bitcoin / Crypto: nicht prognostizierbar, hochspekulativ
Im Rechner immer mit realer Rendite rechnen (nach Inflation) für ehrliche Werte.
Klassische Anwendungen
- Altersvorsorge: 200–500 €/Monat über 30 Jahre = solide private Rente
- Sparen für Kinder: 50 €/Monat ab Geburt → ~30.000 € zum 18. Geburtstag
- Hauskauf-Eigenkapital: 5–10 Jahre auf das Eigenkapital sparen
- Sabbatjahr-Finanzierung: 3 Jahre × 1.000 €/Monat = 36.000 € + Rendite
- Notgroschen-Nachfolge: Sobald Notgroschen voll, Sparrate in ETF umlenken
Steuern auf Sparplan-Erträge
Auf Kapitalerträge fallen 25 % Abgeltungsteuer + 5,5 % Soli + ggf. Kirchensteuer (8/9 %) an — also effektiv ~26–28 %. Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (Single) bzw. 2.000 € (Verheiratete) bleibt steuerfrei. Bei thesaurierenden ETFs greift zusätzlich die jährliche Vorabpauschale.
Verwandte Tools
Zinseszinsrechner für reine Einmalanlage · Entnahmeplan-Rechner für die Auszahlphase · Inflationsrechner für die reale Kaufkraft · Notgroschen-Rechner als Vorbedingung
Häufige Fragen
Wie viel sollte ich monatlich sparen?
Faustregel: 10–25 % vom Netto. Bei 2.500 € Netto wären das 250–625 €. Wer wenig hat, fängt mit 50 € an — entscheidend ist die Zeit, nicht die Höhe. 50 €/Monat über 30 Jahre bei 6 % = ca. 50.000 € Endkapital.
Welche Rendite kann ich erwarten?
Bei Welt-ETFs (z. B. MSCI World) langfristig 6–8 % nominal pro Jahr — abzüglich 2–3 % Inflation also 4–5 % real. Tagesgeld nur 2–3 %. Aktive Fonds sind statistisch nicht besser, aber teurer.
Was ist der Cost-Average-Effekt?
Bei monatlichen Sparplan-Einzahlungen kaufst du in Tiefphasen automatisch mehr Anteile, in Hochphasen weniger. Glättet die Volatilität und verhindert, dass du „auf dem Hoch" einsteigst. Standard-Vorteil von ETF-Sparplänen.
Wie hoch sind die Steuern auf Sparplan-Erträge?
25 % Abgeltungsteuer + 5,5 % Soli + ggf. KiSt = ~26–28 % effektiv. Bis zum Sparer-Pauschbetrag (1.000 € / 2.000 €) steuerfrei. Bei ETFs zusätzlich jährliche Vorabpauschale — wird beim Verkauf gegengerechnet.