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Stundensatz-Rechner für Freelancer

Welchen Stundensatz brauchst du als Selbstständiger? Berechne den Mindestsatz aus Wunschnetto, Fixkosten und realistischer Auslastung.

Aktualität: Stand 2026 · Vollkostenrechnung — Wunsch-Netto + Steuern + Fixkosten ÷ billable Stunden

Stundensatz für Freelancer

Beispiel laden:
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Wochen
Tage
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Mindest-Stundensatz98,27 €bei 1.092 billable h/Jahr
Mit 20 % Polster117,93 €empfohlene Untergrenze
Tagessatz (8 h)786,19 €für Pauschal-Tagesangebote
Jahres-Aufschlüsselung
Wunsch-Netto pro Jahr60.000,00 €
+ Steuern (pauschal)25.714,29 €
+ Fixkosten (KV, AV, Sonstiges)21.600,00 €
= Jahresbedarf brutto107.314,29 €
Arbeitswochen pro Jahr42
Arbeitsstunden gesamt1.680 h
× Auslastung 65 %1.092 h

Steuersatz: Pauschal-Annahme — die echte Steuerlast hängt von deinem Tarif und Werbungskosten ab. Faustregel: 25–30 % für mittlere Einkommen, 30–40 % bei höheren.

Auslastung: Selten über 70 % billable. Akquise, Angebotserstellung, Buchhaltung, Weiterbildung, Steuererklärung gehen alle von deinen 40 h/Woche ab.

Tipp: Den Stundensatz nicht zu niedrig ansetzen — es ist viel schwerer, ihn nachträglich zu erhöhen, als gleich von Anfang an „selbstbewusst" zu starten.

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Welchen Stundensatz brauche ich als Freelancer?

Die Stundensatz-Kalkulation ist eine der häufigsten und gleichzeitig am häufigsten falsch gemachten Berechnungen unter Selbstständigen. Wer sich am Bruttogehalt seiner letzten Festanstellung orientiert, verkalkuliert sich fast immer — denn Steuern, Sozialversicherung, Altersvorsorge und nicht-billable Stunden müssen vom Selbstständigen komplett selbst getragen werden, während sie beim Angestellten zum großen Teil vom Arbeitgeber übernommen werden.

Faustregel zur Orientierung: Ein Festangestellten-Bruttogehalt von 60.000 € pro Jahr entspricht einem Selbstständigen-Bedarf von etwa 110.000–130.000 € Jahres-Honorar-Umsatz. Das klingt viel, ist aber realistisch — alles darunter und du arbeitest unter Tarif.

Was muss in die Stundensatz-Kalkulation rein?

Die wichtigsten Posten:

  • Wunsch-Netto: Was willst du am Ende auf dem Konto haben? Realistisch: orientieren am vorherigen Angestelltennetto + Aufschlag, weil die Selbstständigkeit Risiken hat.
  • Steuern: Einkommensteuer + Soli + ggf. Kirchensteuer. Bei mittleren Einkommen ~25–30 %, bei höheren bis 40 %. Vereinfachung: Pauschalsatz im Rechner.
  • Krankenversicherung & Pflege: Selbstständige zahlen den vollen Beitrag selbst. Privat ~500–1.000 €/Monat, freiwillig gesetzlich ~700–900 €.
  • Altersvorsorge: Rentenversicherung ist für die meisten Selbstständigen nicht Pflicht — aber selbst aufbauen musst du. Faustregel: 10–15 % vom Brutto-Jahres-Einkommen.
  • Berufshaftpflicht / BU / weitere Versicherungen: 50–200 €/Monat je nach Beruf.
  • Büro / Coworking: 0 €/Monat (Homeoffice) bis 400 €/Monat (Coworking) bis 1.500 €/Monat (eigenes Büro).
  • Software, Abos, Steuerberater, Buchhaltung: oft unterschätzt — 100–500 €/Monat.

Warum die billable-Auslastung der größte Hebel ist

Du hast nicht 40 Stunden pro Woche zum Verkaufen. Wirklich abrechenbar (billable) sind in der Regel nur 60–70 % deiner Arbeitszeit. Der Rest geht für:

  • Kunden-Akquise, Pitches, Erstgespräche
  • Angebotserstellung und Verhandlung
  • Buchhaltung, Rechnungen, Mahnwesen
  • Weiterbildung, Konferenzen, Networking
  • Verwaltung: Steuern, Verträge, Tools-Setup

Kleine Verbesserungen bei der Auslastung haben großen Effekt: 65 % statt 60 % billable bedeutet 8 % mehr Umsatz bei gleicher Arbeitszeit. Tools wie Buchhaltungs-Software reduzieren die nicht-billable Last deutlich.

Stundensatz vs. Tagessatz

Viele Kunden bevorzugen Tagessätze (8 h-Pauschalen). Das hat Vor- und Nachteile:

  • Pro Tagessatz: einfacher zu kalkulieren, weniger Diskussion, faire Bezahlung wenn du diszipliniert bist.
  • Contra Tagessatz: bei kurzen Aufgaben (1–2 h) verschenkst du Zeit. Bei Überstunden (10–12 h) arbeitest du gratis. Tagessätze lohnen sich nur bei klar abgegrenzten Tagespaketen.

Faustregel: Tagessatz = Stundensatz × 8. Den Tagessatz zeigt der Rechner oben automatisch an.

Stundensatz-Bandbreiten in DACH

Grobe Richtwerte für 2026 (Junior bis Senior, je nach Branche):

  • Beratung / Strategy: 100–250 €/h
  • IT / Software-Entwicklung: 80–180 €/h
  • Design / UX / Branding: 70–150 €/h
  • Marketing / SEO / Content: 60–130 €/h
  • Übersetzung / Lektorat: 50–100 €/h
  • Coaching / Therapie / Training: 80–200 €/h
  • Handwerk (Gewerk-abhängig): 50–120 €/h

Wer unter dem unteren Wert ankert, arbeitet meist unter den eigenen Kosten — auch wenn es sich oberflächlich nach „viel Geld" anfühlt. Der Rechner oben hilft, den eigenen Mindeststundensatz auszurechnen, statt Branchenwerte zu raten.

Buchhaltung als unterschätzter Kostentreiber

Viele Solo-Selbstständige verbringen 5–10 % ihrer Arbeitszeit mit Buchhaltung, Belegerfassung, Rechnungen, EÜR-Erstellung und Steuerberater-Kommunikation. Das sind bei einem Jahres-Honorar von 100.000 € locker 5.000–10.000 € verlorener Umsatz pro Jahr. Tools wie Lexware Office, sevDesk oder Buchhaltungs-Apps automatisieren das weitgehend — der Aufwand sinkt auf 1–2 % der Arbeitszeit, was sich oft schon im ersten Quartal amortisiert.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte mein Stundensatz als Freelancer sein?

Hängt von Wunschgehalt, Fixkosten und Auslastung ab. Faustregel: Wer 60.000 € pro Jahr netto haben will, braucht einen Stundensatz von ca. 80–120 €/h bei realistischer Auslastung. Premium-Berater liegen bei 150–300 €. Der Rechner oben gibt dir den präzisen Wert für deine Situation.

Warum ist der Selbstständigen-Stundensatz so viel höher als das Angestellten-Brutto?

Weil du als Selbstständiger den gesamten Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung (~20 %), die volle Krankenversicherung, deine Altersvorsorge, Urlaub, Krankheit, Weiterbildung und Verwaltungsarbeit selbst bezahlst — und das alles aus deinen billable Stunden. Faustregel: dein Stundensatz sollte etwa 2× dein gewünschtes Stundennetto sein.

Was bedeutet „billable" Auslastung?

Der Anteil deiner Arbeitszeit, den du tatsächlich an Kunden in Rechnung stellen kannst. Realistisch sind 60–70 % — der Rest geht für Akquise, Buchhaltung, Weiterbildung und Verwaltung drauf. Wer 100 % ansetzt, kalkuliert sich selbst kaputt.

Lohnen sich Tagessätze statt Stundensätze?

Bei klar abgegrenzten Tagespaketen ja — einfache Kalkulation, weniger Verhandlung. Bei kurzen Aufgaben (unter 4 h) oder unklaren Aufträgen verlierst du aber Geld. Faustregel: Tagessatz = Stundensatz × 8.

Sollte ich bei kleinen Projekten Rabatt geben?

Eher nein. Kleine Projekte haben oft den höchsten Verwaltungs-Overhead pro Stunde (Akquise, Vertrag, Onboarding) — und sind deshalb intern teurer als große. Eher umgekehrt: Mindesthonorar pro Auftrag (z. B. 500 €), damit der Aufwand sich lohnt.

Formel & Erklärung

Der Mindeststundensatz für Selbstständige berücksichtigt mehr als nur das Wunschgehalt — Steuern, Sozialversicherung, Altersvorsorge, Bürokosten und nicht-billable Stunden müssen alle eingerechnet werden.

Berechnung:

  1. Wunsch-Netto pro Jahr
  2. + Steuern (pauschal 25–35 %)
  3. + Fixkosten × 12 (KV/PV, Altersvorsorge, Versicherungen, Software, Büro)
  4. = Jahresbedarf brutto
  5. ÷ billable Stunden pro Jahr (Arbeitswochen × Wochenstunden × Auslastung)
  6. = Mindest-Stundensatz

Faustregeln: 6 Wochen Urlaub, 10 Krankheitstage, 2 Wochen Feiertage → ~42 Arbeitswochen. Auslastung typisch 60–70 % billable (Rest: Akquise, Buchhaltung, Weiterbildung).