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Thesaurierend vs. Ausschüttend

Thesaurierend oder ausschüttend — welche ETF-Variante bringt nach Steuer mehr Endkapital? Realistische Simulation mit Sparerpauschbetrag.

Aktualität: Stand 2026 · Sparplan-Simulation, ETF-Steuer 18,46 % effektiv (Teilfreistellung 30 %)

Thesaurierend vs. Ausschüttend — was ist besser?

Bei jedem ETF gibt es zwei Varianten: thesaurierend (Dividenden werden automatisch reinvestiert) oder ausschüttend (Dividenden werden quartalsweise ausgezahlt). Welche bringt langfristig mehr nach Steuer?

Jahre
€/J
%
%
Thesaurierend (acc)
386.394,03 €
nach Steuer · Endsteuer 60.762,25 €
Ausschüttend (dist)
399.795,32 €
nach Steuer · jährl. Div-Steuer 12.605,02 €
💸 Ausschüttend besser um 13.401,29 €.

Ausschüttend gewinnt knapp, weil der Sparerpauschbetrag (1.000 €/J) jährlich genutzt wird — das macht bei kleinen Depots einen Unterschied.

💡Faustregel: Wann ist welche Variante besser?

  • Depot < 35.000 €: Ausschüttend kann minimal besser sein (Sparerpauschbetrag wird genutzt). Für Anfänger trotzdem oft thesaurierend, weil einfacher.
  • Depot > 35.000 €: Thesaurierend gewinnt klar — Sparerpauschbetrag ist eh ausgeschöpft, Steuerstundung greift.
  • Anspar-Phase (vor Rente): Thesaurierend — Dividenden sollen wachsen, nicht aufs Konto.
  • Entnahme-Phase (Rente): Ausschüttend kann sinnvoll sein — du willst regelmäßig Geld aufs Konto, nicht ETF-Anteile verkaufen.

Methodik: Vereinfachte Simulation. Kursrendite und Dividendenrendite getrennt — Gesamt-Performance entspricht Total Return. Bei thesaurierenden ETFs wird die jährliche Vorabpauschale vereinfacht ignoriert (sie würde thesaurierend leicht schlechter machen, aber meist immer noch knapp besser).

Sparerpauschbetrag: 1.000 € Single / 2.000 € Verheiratete pro Jahr ist steuerfrei. Bei ausschüttenden ETFs wird das jährlich abgezogen. Bei thesaurierenden ETFs nur über die Vorabpauschale teilweise.

Praktisch im Depot: Mit zwei ETFs (einen ausschüttend für Sparerpauschbetrag, einen thesaurierend für Wachstum) lässt sich der Effekt optimal nutzen — wird aber komplexer in der Verwaltung.

Steuerlogik in Deutschland (vereinfacht): 25 % KESt + 5,5 % Soli = 26,375 % effektiv. Mit Aktien-ETF Teilfreistellung 30 % → 18,46 % auf den Gewinn. Bei thesaurierenden ETFs: jährliche Vorabpauschale (Basiszins × 0,7 × 70 % auf Anteilswert), Endbesteuerung beim Verkauf.

Thesaurierend oder Ausschüttend — was ist besser?

Bei jedem ETF gibt es zwei Varianten — erkennbar am Kürzel im Namen:

  • acc (accumulating, thesaurierend): Dividenden werden automatisch wieder im Fonds investiert. Du bekommst nichts ausgezahlt, dein Anteilswert steigt entsprechend.
  • dist (distributing, ausschüttend): Dividenden werden auf dein Verrechnungskonto ausgezahlt — typischerweise quartalsweise oder jährlich.

Welche Variante mehr Endkapital nach Steuer bringt, hängt von Sparerpauschbetrag-Auslastung, Anlagedauer und Kapitalhöhe ab. Der Rechner oben zeigt dir den konkreten Unterschied für deinen Fall.

Wie funktionieren die Steuern bei beiden Varianten?

Thesaurierend (acc)

  • Während der Laufzeit: Jährlich fällt eine Vorabpauschale an (Basiszins × 0,7 × 70 % auf den Anteilswert, vereinfacht). Wird vom Verrechnungskonto eingezogen.
  • Beim Verkauf: 18,46 % effektive Steuer auf den Gesamtgewinn (KESt 26,375 % × Teilfreistellung 70 % = 18,46 %).
  • Sparerpauschbetrag wird über die Vorabpauschale teilweise genutzt — aber nicht voll, wenn der Basiszins niedrig ist.

Ausschüttend (dist)

  • Während der Laufzeit: Bei jeder Ausschüttung 18,46 % Steuer (bzw. Sparerpauschbetrag wird angerechnet).
  • Beim Verkauf: 18,46 % effektive Steuer auf den Kursgewinn (Dividenden sind ja schon versteuert).
  • Sparerpauschbetrag wird voll genutzt — bei kleineren Depots ein Vorteil.

Faustregel: Wann ist welche Variante besser?

SituationEmpfehlungGrund
Anfänger, Depot < 35.000 €ThesaurierendEinfacher zu handhaben, kaum Nachteil
Depot > 35.000 €, Anspar-PhaseThesaurierendSteuerstundungseffekt überwiegt — Geld arbeitet länger
Sehr große Depots (> 100.000 €)MixThesaurierend für Wachstum + ausschüttend für Sparerpauschbetrag-Nutzung
Entnahme-Phase (Rente)AusschüttendRegelmäßige Cashflows ohne ETF-Anteile verkaufen zu müssen
FIRE-Bewegung mit Cashflow-FokusAusschüttendQuartalsweise „Gehalt" aus dem Depot

Praktischer Tipp: Zwei-ETF-Strategie

Wer beides nutzen möchte: einen ausschüttenden ETF besparen, bis der Sparerpauschbetrag voll ausgenutzt ist, dann auf einen thesaurierenden umsteigen. Bei einem Sparerpauschbetrag von 1.000 € und ~2 % Dividendenrendite reicht der ausschüttende ETF bis ca. 50.000 € Anlagevermögen — danach lohnt sich der Wechsel zum thesaurierenden für maximale Steuerstundung.

Erkennungsmerkmale beim Kauf

Wie unterscheidet man die Varianten beim Broker?

  • Im Namen: „acc" oder „A" steht oft für accumulating, „dist" oder „D" für distributing. Beispiel: Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (USD) Accumulating (IE00BK5BQT80) vs. Distributing (IE00B3RBWM25).
  • WKN/ISIN: Beide Varianten haben unterschiedliche WKN/ISIN. Im Broker-Suchfeld nach dem ETF-Namen suchen, dann erscheinen beide Varianten.
  • Bei JustETF: Filter „Ertragsverwendung: thesaurierend / ausschüttend" verfügbar.

Was die meisten Anfänger machen — und was sinnvoll ist

Reddit-Konsens für Anfänger: Thesaurierend wählen, weil es einfach ist (keine manuelle Reinvestition der Dividende nötig). Bei kleinen Depots ist der Unterschied unter 1.000 € pro Jahr — vernachlässigbar. Erst bei größeren Depots oder spezifischen Strategien (Cashflow in der Rente, FIRE) lohnt der Wechsel zum ausschüttenden ETF.

Verwandte Rechner: ETF-Vergleichs-Rechner · Sparplan-Rechner · Vorabpauschale-Rechner · Entnahmeplan-Rechner.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen thesaurierend und ausschüttend?

Thesaurierende ETFs (Kürzel acc) reinvestieren die Dividenden automatisch im Fonds — du siehst sie nicht, sie erhöhen den Anteilswert. Ausschüttende ETFs (dist) zahlen die Dividenden auf dein Verrechnungskonto aus, meist quartalsweise. Mathematisch ähnliches Endergebnis — Unterschied vor allem bei Steuern und Cashflow.

Welche Variante ist für Anfänger besser?

Thesaurierend. Einfacher zu handhaben, automatischer Compound-Effekt, keine manuelle Reinvestition nötig. Bei kleinen Depots (unter 35.000 €) ist der Unterschied minimal — nimm einfach die einfachere Variante.

Wann lohnt sich ausschüttend?

Drei Fälle: (1) Du willst regelmäßige Cashflows aufs Konto (z. B. in der Rente). (2) Du hast ein großes Depot und willst den Sparerpauschbetrag voll ausnutzen — bei 1.000 € Pauschbetrag und 2 % Dividendenrendite ergibt das ein optimales Volumen von ~50.000 €. (3) Du verfolgst eine Cashflow-orientierte FIRE-Strategie und willst kein „ETF-Anteile verkaufen".

Kann ich beide Varianten kombinieren?

Ja, sehr sinnvoll bei größeren Depots. Strategie: Bis ca. 50.000 € Anlagevermögen einen ausschüttenden ETF besparen (nutzt Sparerpauschbetrag). Danach in einen thesaurierenden ETF wechseln (Steuerstundung). Macht das Depot etwas komplexer, optimiert die Steuer aber merklich.

Wie erkenne ich, ob ein ETF thesaurierend oder ausschüttend ist?

Im Namen: „acc" oder „A" für accumulating (thesaurierend), „dist" oder „D" für distributing (ausschüttend). Beispiel Vanguard FTSE All-World: ISIN IE00BK5BQT80 ist die thesaurierende Variante, IE00B3RBWM25 die ausschüttende. Bei JustETF gibt es einen Filter „Ertragsverwendung".

Was bedeutet „dist" bei einem ETF?

„dist" steht für distributing — auf Deutsch ausschüttend. Diese ETF-Variante zahlt Dividenden automatisch quartalsweise oder jährlich auf dein Verrechnungskonto aus, statt sie wieder im Fonds zu investieren. Das Gegenteil ist „acc" (accumulating, thesaurierend).

Was ist der Unterschied zwischen dist und acc?

acc (accumulating, thesaurierend): Dividenden werden automatisch im Fonds reinvestiert — du siehst sie nicht auf dem Konto, sie erhöhen den Anteilswert. Maximaler Compound-Effekt. dist (distributing, ausschüttend): Dividenden landen quartalsweise auf deinem Verrechnungskonto — du kannst sie nutzen oder manuell reinvestieren. Steuerlich nutzt dist den Sparerpauschbetrag jährlich, acc erst beim Verkauf.

Wann schütten ETFs aus?

Hängt vom ETF ab. Typische Intervalle: quartalsweise (Vanguard FTSE All-World dist: März/Juni/September/Dezember), halbjährlich oder jährlich. Genaue Termine stehen im Fondsprospekt und auf JustETF unter „Ausschüttungstermine". Ein typischer Auszahlungstag liegt 4-6 Wochen nach Ex-Tag.

Was sind die Vorteile eines thesaurierenden ETFs?

Drei Hauptvorteile: (1) Maximaler Zinseszinseffekt — Dividenden bleiben sofort wieder investiert, ohne dass du etwas tun musst. (2) Weniger Verwaltungsaufwand — keine manuellen Reinvestitionen, kein Transaktions-Tracking. (3) Steuerstundungseffekt — beim acc wird der Großteil der Steuer erst beim Verkauf fällig (über die Vorabpauschale kommen jährliche Mini-Beträge). Ideal für die Anspar-Phase.

Welche Vorteile und Nachteile hat ein thesaurierender ETF?

Vorteile: Voller Zinseszins, kein Reinvestitions-Aufwand, Steuerstundung beim Verkauf. Nachteile: Kein automatischer Cashflow (du musst aktiv ETF-Anteile verkaufen, wenn du Geld brauchst), Sparerpauschbetrag wird nur teilweise über die Vorabpauschale genutzt. Bei kleinen Depots (< 35.000 €) und Cashflow-Bedarf kann ein ausschüttender ETF leicht günstiger sein.

Formel & Erklärung

Thesaurierend (acc): Dividenden werden automatisch wieder im Fonds angelegt — voller Compound-Effekt. Steuer fällt jährlich als Vorabpauschale an (vereinfacht hier ignoriert) und vor allem beim Verkauf am Ende (18,46 % effektiv mit Teilfreistellung).

Ausschüttend (dist): Dividenden werden quartalsweise oder jährlich ausgezahlt. Sparerpauschbetrag (1.000 € Single, 2.000 € Verheiratete) wird automatisch genutzt. Annahme im Rechner: User reinvestiert die Netto-Dividende selbst.

Vereinfachung: Vorabpauschale wird ignoriert (würde thesaurierend leicht schlechter machen). Endbesteuerung beim ausschüttenden ETF auf den Restgewinn (Kursgewinne minus bereits versteuerter Dividenden) — vereinfacht halber Faktor.