einfach berechnen

Selbstständig: der finanzielle Überblick

Wie Honorar, Steuern, Versicherung und Vorsorge zusammenhängen — und an welcher Stelle welches Werkzeug weiterhilft.

Aktualität: Stand 2026
Lexware Office Anzeige

Buchhaltung & EÜR automatisch — für Selbstständige

Belege scannen, Rechnungen schreiben, EÜR direkt ans Finanzamt — alles in einer Cloud. Von Haufe-Lexware, 30 Tage kostenlos testen.

Lexware Office testen

Worum es beim Geld als Selbstständiger geht

Selbstständig zu sein bedeutet: alles selbst tragen. Steuern, Krankenversicherung, Altersvorsorge, Bürokosten, Akquise — und gleichzeitig den Stundensatz so kalkulieren, dass am Ende mehr übrig bleibt als bei einer Festanstellung. Diese Seite ordnet die Zusammenhänge und verweist jeweils auf das Werkzeug, das die Frage beantwortet. Gerechnet wird dort, nicht hier.

1. Was bleibt netto vom Honorar?

Die erste Frage vor allen anderen: Wie viel vom Umsatz bleibt nach Steuern, Krankenversicherung und Altersvorsorge übrig? Der Brutto-Netto-Rechner für Selbstständige rechnet das durch — er dient gleichzeitig als Gehaltsrechner, Abgabenrechner und Steuerrechner für Freiberufler, Freelancer und Einzelunternehmer.

Für die Steuererklärung selbst gibt es die Schritt-für-Schritt-Anleitung: Anlagen, Einnahmenüberschussrechnung, Umsatzsteuer-Voranmeldung und die Vorauszahlungsfalle im zweiten Jahr.

2. Stundensatz richtig kalkulieren

Der häufigste Fehler von Anfängern: Sich am Bruttogehalt der letzten Festanstellung orientieren. Ein 60.000-€-Brutto-Angestellten-Gehalt entspricht einem Selbstständigen-Bedarf von 110.000–130.000 € Jahresumsatz. Grund: Du zahlst Sozialversicherung komplett selbst, deine Altersvorsorge organisierst du selbst, und nur 60–70 % deiner Arbeitszeit sind billable.

Der Stundensatz-Rechner bezieht alle Komponenten ein — Wunschnetto, Steuern, KV/PV, Altersvorsorge, Fixkosten, Auslastung — und liefert deinen Mindeststundensatz.

3. Mehrwertsteuer korrekt berechnen

Die meisten Selbstständigen sind regelbesteuert (19 %) oder im ermäßigten Satz (7 % für bestimmte Leistungen). Kleinunternehmer (§ 19 UStG) sind befreit, solange der Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 € betrug und im laufenden Jahr 100.000 € nicht übersteigt (Grenzen seit 2025) — sie ziehen dafür auch keine Vorsteuer und müssen den Verzicht auf der Rechnung ausweisen.

Der MwSt-Rechner rechnet schnell zwischen Brutto und Netto hin und her — ideal für Angebotserstellung und Rechnungsprüfung.

4. Steuern selbst planen

Während Angestellte automatisch Lohnsteuer abgeführt bekommen, musst du als Selbstständiger selbst Steuern zahlen — typisch in vier Quartals-Vorauszahlungen plus Schlusszahlung nach der Steuererklärung. Faustregel: 25–35 % vom Gewinn als Rücklage halten, sonst kommen unangenehme Überraschungen.

Der Steuererstattungs-Rechner hilft bei der groben Schätzung. Für die echte Steuererklärung sind Software-Lösungen wie Lexware Office, sevDesk oder ein Steuerberater Standard.

5. Krankenversicherung als Selbstständiger

Drei Optionen:

  • Freiwillig gesetzlich (GKV): 14,6 % vom Gewinn — ohne Krankengeldanspruch 14,0 % — zuzüglich durchschnittlich 2,9 % Zusatzbeitrag und 3,6 % Pflegeversicherung (4,2 % für Kinderlose über 23). Auf die Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 €/Monat fallen mindestens rund 270 €/Monat an. Krankengeld nur mit Wahltarif.
  • Privat (PKV): meist günstiger im jungen Alter, aber stark steigend mit dem Alter. Krankentagegeld separat versicherbar.
  • Familienversichert: nur möglich, wenn Ehepartner/in GKV-Mitglied ist und du unter 526,50 € Monats-Einkommen bleibst.

Krankengeld bekommen Selbstständige nicht automatisch — siehe Krankengeld-Rechner für die Voraussetzungen.

6. Altersvorsorge — selbst aufbauen

Die meisten Selbstständigen sind nicht rentenversicherungspflichtig. Du musst aktiv aufbauen — sonst Altersarmut. Drei Optionen:

  • Rürup-Rente: Steuerlich begünstigt, lebenslange Rente, nicht kapitalisierbar — sicher aber unflexibel.
  • ETF-Sparplan: Maximale Flexibilität, langfristig hohe Rendite, aber selbst disziplinieren. Siehe Sparplan-Rechner.
  • Mischung aus beidem: Steuervorteil über Rürup, Wachstum über ETFs.

Faustregel: Mind. 15 % vom Brutto-Gewinn jeden Monat in die Altersvorsorge.

7. Notgroschen — größer als bei Angestellten

Selbstständige sollten 9–12 Monatsausgaben als Notgroschen halten — gegenüber 3–6 bei Angestellten. Grund: Auftragslagen schwanken, Steuer-Nachzahlungen kommen plötzlich, ALG I gibt's nicht. Der Notgroschen-Rechner zeigt die passende Höhe.

Lebensereignisse: Was, wenn?

  • Krankheit: Krankengeld nur mit Wahltarif (GKV) oder privater Krankentagegeld-Versicherung. Sonst Auftragslosigkeit + null Einkommen.
  • Elternzeit: Elterngeld auf Basis des durchschnittlichen Gewinns der letzten 12 Monate vor Geburt. Mindestbetrag 300 € auch ohne Einkommen.
  • Auftragsverlust: ALG I nur, wenn freiwillig in der Arbeitslosenversicherung. Sonst Bürgergeld als Auffanglösung.

Verwandte Themen-Hubs

Steuer-Rechner — alle Steuer-Themen · ETF & Anlage — Vermögensaufbau und FIRE · Glossar — Fachbegriffe rund um Selbstständigkeit

Häufige Fragen

Welcher Stundensatz ist normal als Selbstständiger?

Stark branchenabhängig. Beratung 100–250 €/h, IT 80–180 €/h, Design 70–150 €/h, Marketing 60–130 €/h, Übersetzung 50–100 €/h. Der Stundensatz-Rechner liefert deinen persönlichen Mindestsatz aus Wunschnetto, Fixkosten und Auslastung.

Brauche ich als Selbstständiger einen Steuerberater?

Nicht zwingend. Bei einfachen Verhältnissen (Einnahmen-Überschuss-Rechnung, kein Personal, klare Auftragsstruktur) reicht eine gute Buchhaltungs-Software wie Lexware Office. Ab GmbH, Bilanzpflicht, internationaler Tätigkeit oder komplexen Sonderfällen lohnt der Steuerberater (Kosten 1.500–3.000 €/Jahr).

Soll ich Kleinunternehmer-Regelung nutzen?

Vorteil: keine MwSt-Verwaltung, keine Voranmeldung, einfache Rechnungen. Nachteil: keine Vorsteuer abziehbar — bei hohen Investitionen (Equipment, Software) verlierst du Geld. Faustregel: Kleinunternehmer wenn deine Kunden Privatpersonen sind und du wenig Investitionen hast. Sonst regelbesteuert.