einfach berechnen

Was kann ich mir leisten?

Maximaler Kaufpreis aus Netto-Einkommen, Eigenkapital und Wunschrate.

Wie viel Haus kann ich mir leisten? — Vollkosten-Rechner

Beispiel:
20 %30 %35 %40 %45 %

🏠Immobilie & laufende Kosten

€/Mo
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Instandhaltungs-Rücklage nach Petersche Formel wird automatisch eingerechnet (1 % p. a. vom Gebäudewert ≈ 193,03 €/Monat bei 289.544,24 € Kaufpreis).

🏦Finanzierungs-Optionen

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Bank-Zins automatisch: 4 % bei Beleihungsauslauf 83 %. (≤ 90 %)

Maximaler Kaufpreis289.544,24 €inkl. Vollkosten-Check
Darlehensbedarf241.394,10 €Beleihung 83 % — Zins 4 %
Vollkosten / Monat1.750,00 €35 % vom Netto
Vollkosten-Aufschlüsselung pro Monat
Kreditrate (241.394,10 € zu 4 %)1.206,97 €
+ Instandhaltungs-Rücklage (Petersche Formel)193,03 €
+ Laufende Nebenkosten (Strom, Wasser, Versich., GrSt …)350,00 €
= Vollkosten Wohnen1.750,00 €
max. Vollkosten (35 % von 5.000,00 €)1.750,00 €

🔁Anschlussfinanzierung — Stresstest nach 15 Jahren

Was passiert, wenn die Anschluss-Zinsen höher sind als deine aktuelle Bindung?

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Restschuld nach 15 J142.386,11 €nur Bank-Tranche
Neue Rate (Bank)830,59 €bei 5 % + 2 % Tilg.
Differenz zur Startrate-376,38 €✓ entspannter

Vollkosten-Logik: Anders als die meisten Online-Rechner berücksichtigen wir alle Wohnkosten — Kreditrate, Instandhaltungsrücklage (Petersche Formel: 1 % vom Gebäudewert p. a.) UND laufende Nebenkosten (Strom, Wasser, Versicherung, Grundsteuer, Müll). Das ist die Vollkosten-Sicht, die auch Banken ansetzen.

Beleihungsauslauf-Zins: Banken staffeln den Zins nach LTV (Loan-to-Value): ≤ 60 % ~3,4 %, ≤ 80 % ~3,7 %, ≤ 90 % ~4,0 %, ≤ 100 % ~4,3 %, > 100 % ~4,7 %. Werte sind Schätzungen für 2026 — individuelle Konditionen je nach Bank, Bonität und Region.

KfW-Annahme: Vereinfacht 100.000 € zu 1.8 %. Reale KfW-Programme sind komplex (Wohneigentum für Familien 300, Jung kauft Alt 308, Wohngebäude-Sanierung 261) — Bedingungen meist Einkommen + Anzahl Kinder + Energie-Standard. Bei der KfW telefonisch beraten lassen oder über Vermittler.

Diese Schätzung berücksichtigt nicht: Bestehende Kredite, Lebenshaltungspauschale (Banken setzen ~1.000 € Single, 1.700 € Paar an), Schufa-Score, Probezeit, Selbstständigkeits-Status. Reale Bank-Angebote liegen meist 10–20 % unter dem theoretischen Maximum.

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Wie viel Haus kann ich mir leisten?

Die ehrliche Antwort: meist weniger, als man auf den ersten Blick denkt. Banken berechnen die Leistbarkeit aus einer Kombination aus Haushalts-Nettoeinkommen, Eigenkapital, gewünschter Sollzinsbindung und einer realistischen Anfangstilgung. Der zentrale Hebel ist die Wohnkostenquote — also wie viel deines verfügbaren Einkommens monatlich in die Kreditrate fließen darf. Vergiss nicht die Kaufnebenkosten, die zusätzlich zu deinem Eigenkapital fließen.

Die 35-Prozent-Faustregel

Eine bewährte Daumenregel besagt: Maximal 35 Prozent des Haushalts-Nettos sollten in die gesamten Wohnkosten fließen — also Kreditrate plus Nebenkosten wie Heizung, Strom, Wasser und Hausgeld. Manche Banken akzeptieren bis 40 Prozent, doch Vorsicht: Schon kleine Veränderungen wie ein zusätzliches Auto oder Familienzuwachs lassen den Spielraum schnell schmelzen. Konservativer ist 30 Prozent — das gibt Luft für Reparaturen, Urlaube und unerwartete Ereignisse. Ab 40 Prozent wird's eng.

Was Banken zusätzlich prüfen

Über die reine Wohnkostenquote hinaus berücksichtigen Kreditinstitute die vollständige Haushaltsrechnung. Dabei werden pauschalisierte Lebenshaltungskosten abgezogen — typisch sind etwa 1.000 Euro für eine Einzelperson, 1.700 Euro für ein Paar und zusätzlich rund 350 Euro pro Kind. Bestehende Kredite (Auto-, Möbel-, Konsumkredite) reduzieren das verfügbare Einkommen direkt um die laufende Rate. Auch unbefristete Anstellung, Status der Probezeit und der Schufa-Score fließen in die Bewertung ein. Selbständige müssen meist die letzten drei Steuerbescheide nachweisen.

Eigenkapital als zweite zentrale Größe

Mit deinem Eigenkapital deckst du zuerst die Hauskauf-Nebenkosten (rund 10 Prozent des Kaufpreises), den Rest bringst du als Beteiligung am Kaufpreis ein. Je höher deine Eigenkapital-Quote, desto besser sind die Konditionen. Banken staffeln den Zinssatz nach Risikoklassen — dem sogenannten Beleihungsauslauf: Bis 60 Prozent Beleihung gibt's Top-Konditionen, ab 80 Prozent wird ein Aufschlag von 0,1–0,3 Prozent fällig. Eine Vollfinanzierung über 100 Prozent kostet schnell 0,5 Prozent extra — auf 25 Jahre gerechnet sind das fünfstellige Mehrkosten. Details und Visualisierung im Beleihungsauslauf-Rechner.

Anfangstilgung clever wählen

Die Anfangstilgung bestimmt, wie schnell du deinen Kredit zurückzahlst. Bei aktuell üblichen Bauzinsen sind 2 bis 3 Prozent Anfangstilgung der häufigste Ausgangspunkt. Niedrigere Tilgung (1 %) verlängert die Rückzahlungszeit auf über 40 Jahre — sehr ungünstig, falls du vor dem Ruhestand schuldenfrei sein möchtest. Höhere Tilgung (4 %+) erhöht zwar die Monatsrate, du sparst aber tausende Euro Zinsen und bist schneller frei. Den genauen Verlauf zeigt der Tilgungsplan-Rechner.

Realistische Bauzinsen 2026 — was geht wirklich?

Die meisten Online-Rechner verwenden einen festen Beispielzins (oft 3,0–3,5 %) — das ist 2026 für viele Konstellationen zu optimistisch. Banken staffeln den Zinssatz nach Beleihungsauslauf (LTV — Loan-to-Value), also dem Verhältnis Kredit zu Beleihungswert. Realistische Konditionen 2026:

BeleihungsauslaufSollzins typischKonstellation
≤ 60 %~3,4 %Top-Konditionen, viel Eigenkapital
≤ 80 %~3,7 %Standard-Finanzierung mit 20 % EK
≤ 90 %~4,0 %Wenig EK über Kaufnebenkosten hinaus
≤ 100 %~4,3 %EK deckt nur Kaufnebenkosten
> 100 %~4,7 %Vollfinanzierung — sehr selektiv

Auf 30 Jahre gerechnet sind 0,7 Prozentpunkte Zins-Unterschied zwischen 60 % und 100 % LTV bei 400.000 € Darlehen rund 50.000–60.000 € Mehrkosten. Eigenkapital ist also nicht nur ein „nice to have" — es ist ein direkter Hebel auf den Zinssatz.

Vollkosten-Sicht — die ehrliche Rechnung

Die klassische 35-%-Faustregel meint nicht nur die Kreditrate, sondern alle Wohnkosten zusammen:

  • Kreditrate (Zins + Tilgung) — der größte Posten
  • Instandhaltungs-Rücklage nach Petersche Formel: 1 % vom Gebäudewert pro Jahr (also Kaufpreis × 0,8 für Gebäude/0,2 für Grundstück). Bei 400.000 € Kaufpreis sind das ~270 €/Monat — Geld, das du beiseite legen musst, weil Heizung, Dach, Fenster irgendwann fällig werden.
  • Laufende Nebenkosten: Strom (~80–120 €), Wasser (~30 €), Wohngebäudeversicherung (~30 €), Hausratversicherung (~15 €), Risiko-Lebensversicherung (~30 €), Grundsteuer (~30–80 €), Müll (~20 €), Schornsteinfeger (~10 €), Internet (~30 €), Heizung (~80–150 € bei Gas/Wärmepumpe). Summe typisch 350–500 €/Monat für ein freistehendes Einfamilienhaus.

Wer nur die Rate rechnet und Instandhaltung + Nebenkosten vergisst, unterschätzt seine Vollkosten um 500–800 € pro Monat. Genau deshalb scheitern viele Hausbesitzer im fünften Jahr an einer kaputten Heizung oder neuen Dacheindeckung. Der Rechner oben rechnet diese Kosten automatisch ein.

Modernisierungs-Kosten — der vergessene Posten

Bestandshäuser kosten oft 50.000–150.000 € Modernisierung obendrauf. Typische Ausgaben:

  • Heizungs-Tausch: Wärmepumpe inkl. Installation 25.000–35.000 €
  • Bad-Komplettsanierung: 15.000–25.000 € pro Bad
  • Dachsanierung mit Dämmung: 30.000–60.000 €
  • Neue Fenster: 15.000–25.000 € für ein Einfamilienhaus
  • Fassadendämmung: 25.000–40.000 €
  • Elektrik komplett neu: 15.000–25.000 €

Banken berücksichtigen Modernisierung bei der Beleihungswert-Ermittlung — wer ein Haus mit Modernisierungsstau kauft, muss die Sanierungskosten als zusätzlichen Kreditbedarf einplanen oder aus dem Eigenkapital decken. Im Rechner oben kannst du das als separaten Posten eingeben.

KfW-Förderung — günstige Tranche oder Marketing-Trick?

Die KfW-Förderkredite werden in Online-Diskussionen oft als „der Geheimtipp" beworben — die Realität ist ambivalenter:

  • KfW 297 (Klimafreundlicher Neubau): ab ~1,3 %. Voraussetzung: Effizienzhaus 40 mit Nachhaltigkeitsklasse (QNG). Nur Neubau. Maximal 100.000 € pro Wohneinheit, mit zusätzlichen 50.000 € bei höherem Standard.
  • KfW 308 (Jung kauft Alt): ab ~1,5 %. Bestandskauf für Familien mit Kindern, zvE-Grenze 90.000 € + 10.000 € pro Kind (Schnitt der vorletzten zwei Jahre). Nur Bestand mit „F"-Energie-Klasse oder schlechter, anschließend Sanierungspflicht.
  • KfW 261 (Wohngebäude-Sanierung): ab ~2,9 %. Sanierung zum Effizienzhaus-Standard. Maximal 150.000 € pro Wohneinheit, mit Tilgungszuschuss bis 25 %.
  • KfW 124 (Wohneigentumsprogramm): ab ~3,8 %. Klassiker ohne Energie-Bedingungen, aber kaum noch Zinsvorteil. Eher Marketing als echte Förderung.

Ehrliche Einschätzung: KfW-Förderkredite lohnen sich, wenn du sowieso energetisch baust oder sanierst — dann ist der Zinsvorteil real. Wer einen unsanierten Altbau einfach kauft und so lässt, hat keinen Zugang zu den günstigsten Tranchen. Im Rechner kannst du KfW als zusätzliche Tranche aktivieren — die Bedingungen musst du im Einzelfall mit der KfW oder einem Vermittler klären.

Anschlussfinanzierung — die unterschätzte Falle

Eine 15-Jahres-Zinsbindung läuft irgendwann aus — und wenn die Anschlusszinsen höher sind als deine ursprünglichen, wird die Rate plötzlich teurer. Beispiel: 380.000 € Darlehen mit 1,5 % Zins (Niedrigzinsphase) und 2 % Tilgung = 1.110 €/Monat. Nach 15 Jahren: Restschuld ca. 220.000 € — bei 4,5 % Anschlusszins sind das plötzlich 1.190 €/Monat. Klingt wenig — aber wenn die Anschlussfinanzierung in einer Hochzinsphase abgeschlossen werden muss (5–6 %), kann die Rate dramatisch steigen.

Schutzmaßnahmen: Lange Zinsbindung wählen (20+ Jahre in Niedrigzinsphasen), höhere Tilgung (3 %+ statt 2 %), Sondertilgungs-Rechte nutzen (siehe Sondertilgungs-Rechner), Forward-Darlehen wenn die Anschlussfinanzierung in 1–5 Jahren ansteht. Der Rechner oben zeigt einen Stresstest mit deinem erwarteten Anschlusszins.

Single vs. Paar — die unbequeme Wahrheit

5.000 € Netto klingt viel — als Alleinverdiener konkurrierst du auf dem Häusermarkt aber mit Paaren, die zwei mittelgute Gehälter (z. B. 2 × 2.500 €) plus oft mehr Eigenkapital einbringen. Banken bewerten Doppelverdiener-Haushalte zudem als weniger riskant, weil das Ausfallrisiko auf zwei Schultern verteilt ist. Single-Käufer bekommen deshalb häufig:

  • 0,1–0,3 % höhere Zinsen (höheres Risiko-Pricing)
  • Strengere Wohnkostenquote (max 30 % statt 35 %)
  • Höhere Anforderungen an Berufsunfähigkeits-Versicherung

Wer als Single ein Haus finanziert, sollte unbedingt eine BU-Versicherung abschließen und einen Notgroschen von mindestens 6 Monatsausgaben halten — siehe Notgroschen-Rechner.

Häufige Fragen

Reicht ein einzelnes Einkommen für eine Immobilie?

Bei mittleren Einkommen ist das in vielen deutschen Regionen schwierig geworden. Mit zwei Vollzeit-Einkommen erweitert sich die Bandbreite deutlich. Wichtig: Banken werten ein zweites Einkommen nur dann voll, wenn beide Partner unbefristet angestellt sind und die Anstellung über die Probezeit hinaus besteht.

Kann ich ohne Eigenkapital ein Haus kaufen?

Theoretisch ja (110-Prozent-Finanzierung), praktisch nur bei sehr hoher Bonität, sicherer Anstellung und ohne andere Verbindlichkeiten. Empfehlenswert ist das selten: Du zahlst über die ganze Laufzeit deutlich höhere Zinsen — eine sinnvolle Sparphase vorab lohnt sich fast immer.

Welche Reserven sollte ich nach dem Kauf noch haben?

Mindestens drei Netto-Monatsgehälter zusätzlich zum Eigenkapital, das in den Kauf fließt. Damit puffer ab du Reparaturen, kurzzeitige Job-Pausen und unerwartete Hausnebenkosten ohne sofort einen weiteren Kredit aufnehmen zu müssen.

Was, wenn meine Bank weniger gibt als der Rechner zeigt?

Häufiger Fall — der Rechner ermittelt die theoretische Obergrenze, einzelne Banken legen weitere Sicherheits-Margen drauf. Hol dir mehrere Angebote (mindestens drei), idealerweise über einen Vermittler wie Interhyp oder Dr. Klein. Diese haben Zugang zu hunderten Banken auf einmal. Unterschiede von 0,3 bis 0,5 Prozent zwischen Angeboten sind eher die Regel als die Ausnahme.

Sind 3,5 % Zinsen 2026 realistisch?

Kommt auf den Beleihungsauslauf an. Mit viel Eigenkapital (LTV unter 60 %) bekommt man tatsächlich 3,4–3,6 %. Mit wenig Eigenkapital (LTV 90 %+) zahlt man eher 4,0–4,5 %. Bei einer 100-%-Vollfinanzierung sogar 4,7 % oder mehr. Die meisten Online-Rechner verwenden einen festen Beispielzins, was bei Vollfinanzierungen zu optimistisch ist. Der Rechner oben staffelt den Zinssatz automatisch nach LTV — du kannst aber auch manuell einen anderen Zins eingeben.

Was ist die Petersche Formel für Instandhaltung?

Eine Faustformel zur Schätzung der jährlichen Instandhaltungs-Rücklage: 1 % vom Gebäudewert pro Jahr. Der Gebäudewert wird mit ca. 80 % vom Kaufpreis angesetzt (die restlichen 20 % entfallen auf das Grundstück, das nicht „verschleißt"). Bei einem 400.000-€-Kaufpreis sind das also 320.000 € × 1 % = 3.200 € pro Jahr ≈ 270 € pro Monat — Geld, das du auf einem separaten Konto sparen solltest, weil Heizung, Dach, Bad, Fenster irgendwann fällig werden. Wer das nicht einplant, gerät in 5–10 Jahren in eine Liquiditäts-Falle.

Sollte ich KfW-Förderkredite einplanen?

Nur, wenn du die Bedingungen wirklich erfüllen kannst. Die wichtigsten Programme: KfW 297 (Klimafreundlicher Neubau, ab 1,3 %, nur EH40 mit QNG), KfW 308 (Jung kauft Alt, ab 1,5 %, nur Familien mit Kindern und zvE-Limit), KfW 261 (Sanierung, ab 2,9 %, nur bei Sanierung zum Effizienzhaus). Bei der KfW telefonisch beraten lassen oder über einen Vermittler. Achtung: Ohne energetische Sanierungs- oder Neubau-Bedingungen ist nur das KfW 124 verfügbar — dort kaum Zinsvorteil mehr (3,8 %).

Was kostet ein Haus im Monat WIRKLICH (Vollkosten)?

Bei einem 400.000-€-Haus typisch: Kreditrate 1.500 € + Instandhaltung 270 € (Petersche Formel) + laufende Nebenkosten 400 € (Strom, Wasser, Versicherung, Grundsteuer, Müll, Internet, Heizung) = ca. 2.170 €/Monat Vollkosten. Wer nur die Kreditrate rechnet, unterschätzt seine echten Wohnkosten um 670 €. Genau deshalb sollte die 35-%-Faustregel auf die Vollkosten bezogen werden, nicht nur auf die Kreditrate.

Mit welcher Wohnkostenquote sollte ich planen — 30, 35 oder 45 %?

Banken akzeptieren bis 35–40 %, manche bis 45 %. Mein Rat: Plane mit 30 % als Single (mehr Risiko, weniger Schultern), 35 % als Paar mit unbefristeter Anstellung. 45 % nur, wenn dein Einkommen sehr sicher ist UND du in einer absehbaren Aufstiegsphase bist (Junior-Position, Trainee). Über 40 % wird ein Hauskauf zur Existenz-Frage — eine 6-monatige Krankheit, ein Kind oder ein Job-Wechsel kippt die Rechnung.

Was passiert mit meiner Rate nach Ende der Zinsbindung?

Die Anschlussfinanzierung wird zu den dann gültigen Zinsen abgeschlossen. Risiko: Wenn die Zinsen gestiegen sind, steigt deine Rate (oder du musst die Tilgung reduzieren). Schutz: Lange Zinsbindung (20+ Jahre in Niedrigzinsphasen), hohe Anfangstilgung (3 %+), Sondertilgungen während der Zinsbindung. Der Rechner oben zeigt dir einen Stresstest mit deinem erwarteten Anschlusszins — wenn die Stress-Rate über deine Wohnkostenquote läuft, solltest du dein Budget reduzieren oder andere Schutzmaßnahmen treffen.

Sollte ich das günstigere Haus kaufen, statt mein Maximum auszureizen?

Ja, fast immer. Wer das Maximum ausreizt, hat keinen Puffer für Unvorhergesehenes (Krankheit, Reparatur, Kinder, Jobwechsel). Wer beim 80-%-Haus kauft, kann die Differenz für Sondertilgungen, ETF-Sparplan oder Modernisierung nutzen — und schläft deutlich ruhiger. Reddit-User berichten: „Wir haben ein deutlich günstigeres Haus genommen als wir gekonnt hätten — jetzt zahlen wir es mit Sondertilgungen schnell ab und stehen Wirtschaftskrisen entspannt gegenüber." Das ist meist die schlauere Variante.

Formel & Erklärung

Das Modell rechnet rückwärts: Aus deinem Haushalts-Netto und einer angenommenen Wohnkostenquote ergibt sich die maximal tragbare Monatsrate. Daraus wiederum die maximale Kreditsumme über die Annuitäts-Beziehung:

Kredit = Rate · 12 · 100 / (Sollzins + Anfangstilgung)

Plus Eigenkapital minus Nebenkosten = maximaler Kaufpreis.

Faustregeln zur Wohnkostenquote:

  • Konservativ: 30 % vom Netto
  • Standard (Bankenpraxis): 35–40 %
  • Sportlich: 45 % — eng, kein Puffer für Reparaturen

Banken berücksichtigen zusätzlich Lebenshaltung, andere Kredite und einen Sicherheitsabschlag — die hier ermittelte Zahl ist eine Obergrenze, kein Bankenangebot.